Nachsendeauftrag bei der Post: Kosten, Laufzeit und Einrichtung im Überblick
Der Nachsendeauftrag gehört zu den Umzugsaufgaben, die oft untergehen. In unserer täglichen Arbeit bei Ideal Umzüge in Berlin erleben wir immer wieder, dass Kunden nach dem Einzug einen Anruf vom Nachmieter bekommen: ein Brief vom Finanzamt liegt im alten Briefkasten, dazu ein Kontoauszug, eine Mahnung vom Stromversorger. Wer die Post nicht rechtzeitig umleitet, riskiert verpasste Fristen, zusätzliche Mahnkosten und im schlimmsten Fall, dass sensible Dokumente in fremde Hände geraten.
Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie den Nachsendeauftrag der Deutschen Post einrichten, was er 2026 kostet, welche Fristen Sie einhalten sollten und welche Sendungen tatsächlich umgeleitet werden. Aktuelle Preise prüfen Sie direkt auf nachsendung.online der Deutschen Post AG.
Was ist der Nachsendeauftrag der Deutschen Post?
Wie funktioniert der Nachsendeservice?
Beim Nachsendeauftrag hinterlegt die Deutsche Post AG Ihre neue Adresse zentral im Sortiersystem. Jede Sendung, die an die alte Anschrift adressiert ist, wird automatisch erkannt und an die neue Adresse umgeleitet, bevor sie zugestellt wird. Sie müssen selbst nichts mehr tun. Der Auftrag läuft für die gebuchte Zeit (6, 12 oder 24 Monate) im Hintergrund.
Die Umleitung betrifft Briefe, Postkarten, Päckchen und Pakete, die über die Deutsche Post bzw. DHL zugestellt werden. Werbesendungen ohne persönliche Adressierung und Pakete anderer Zusteller (Hermes, DPD, UPS, GLS) sind ausgeschlossen.
Ist der Nachsendeauftrag gesetzlich vorgeschrieben?
Nein. Es besteht keine Pflicht, einen Nachsendeauftrag einzurichten. Pflicht ist dagegen die Ummeldung beim Bürgeramt innerhalb von 14 Tagen nach Einzug (§17 Bundesmeldegesetz). Der Nachsendeauftrag ist ein freiwilliger, aber in der Praxis unverzichtbarer Service, damit keine wichtige Post verloren geht, bis alle Absender Ihre neue Adresse kennen.
Wer bietet Nachsendeaufträge an?
Zwei Anbieter dominieren den Markt:
- Deutsche Post AG für Briefe, Postkarten, Einschreiben und DHL-Pakete. Das ist für Privatkunden der wichtigste Dienst.
- DHL für Pakete, wenn Sie nur Paketpost umleiten wollen (seltener Fall, meist ist der Post-Auftrag ausreichend).
Andere Paketdienste haben eigene Verfahren. Hermes, DPD, GLS und UPS bieten über ihre Kundenkonten oder Ident-Apps die Möglichkeit, eine neue Lieferadresse zu hinterlegen. Wer regelmäßig bei diesen Diensten bestellt, sollte dort separat aktiv werden, weil der Nachsendeauftrag der Deutschen Post diese Pakete nicht erfasst.
Was kostet der Nachsendeauftrag 2026?
Aktuelle Preise bei der Deutschen Post
Die Deutsche Post bietet drei Standardlaufzeiten für Privatpersonen. Die Preise hängen davon ab, ob Sie online oder in der Filiale buchen. Stand April 2026 gelten folgende Preisbereiche (aktuelle Tarife immer online prüfen, die Post passt die Preise gelegentlich an):
Laufzeit | Preis online | Preis in der Filiale |
6 Monate | ca. 32,90 Euro | ca. 37,90 Euro |
12 Monate | ca. 44,90 Euro | ca. 49,90 Euro |
24 Monate | ca. 62,90 Euro | ca. 69,90 Euro |
Wer online bucht, spart etwa 5 Euro und erhält die Auftragsbestätigung sofort per Mail. Für Familien oder Ehepaare mit gemeinsamer alter und neuer Adresse ist kein zweiter Auftrag nötig, mehrere Personen können in einem Auftrag zusammengefasst werden.
Was kostet der Nachsendeauftrag für Gewerbe?
Für Firmen, Selbstständige oder Gewerbetreibende mit eigener Firmenadresse ist der Nachsendeservice spürbar teurer. Je nach Sendungsvolumen und Zusatzleistungen (z. B. Scan-Service, längere Laufzeit) liegen die Preise im dreistelligen Bereich. Die Deutsche Post erstellt hier in der Regel ein individuelles Angebot. Für einzelne Freiberufler mit wenig Geschäftspost reicht meist der Privat-Tarif, wenn Firma und Privatperson unter derselben Adresse gemeldet sind.
Lohnt sich der Nachsendeauftrag auch innerhalb Berlins?
Ja. Die Postleitzahl und der Zustellbezirk ändern sich bei einem Umzug innerhalb Berlins fast immer, auch wenn Sie nur ein paar Straßen weiterziehen. Ein Umzug von Kreuzberg nach Friedrichshain verlangt dieselbe Umleitung wie ein Umzug nach München. Gerade in Berlin mit seiner hohen Mieterfluktuation erleben wir regelmäßig, dass Nachmieter innerhalb weniger Wochen Post von mehreren Vormietern im Briefkasten haben.
Nachsendeauftrag einrichten: Schritt für Schritt
Welche Wege gibt es?
Es gibt drei Möglichkeiten, den Auftrag einzurichten:
- Online Schnellster und günstigster Weg. Identifikation per Bankkonto-Verfahren, PostIdent oder Video-Ident. Die Bestätigung kommt innerhalb weniger Minuten per Mail.
- In einer Postfiliale oder Postpartner-Filiale (Rewe, Edeka, Kiosk, Lottoladen mit Postservice). Personalausweis mitbringen, Antragsformular ausfüllen lassen, vor Ort zahlen.
- Schriftlich per Post. Formular auf der Webseite der Deutschen Post herunterladen, ausfüllen, einsenden. In der Praxis kaum noch genutzt, weil die Bearbeitungszeit mehrere Tage dauert.
Welche Unterlagen brauche ich?
Für die Beantragung benötigen Sie:
- vollständige alte Adresse mit Straße, Hausnummer, PLZ, Ort
- vollständige neue Adresse
- Namen aller Personen, für die nachgesendet werden soll (wichtig bei Familien oder WGs)
- Startdatum des Auftrags (in der Regel der Umzugstag, nicht der Tag der Antragstellung)
- gewünschte Laufzeit (6, 12 oder 24 Monate)
- Personalausweis zur Legitimation
- Zahlungsmittel (Kreditkarte, Lastschrift, PayPal, Sofortüberweisung)
Planen Sie etwa 10 bis 15 Minuten für die Online-Buchung ein. Wer in der Filiale bucht, sollte stoßzeiten-bedingte Wartezeiten einkalkulieren.
Welchen Vorlauf brauche ich?
Die Deutsche Post verlangt mindestens fünf Werktage Vorlauf vor dem gewünschten Startdatum. Wir empfehlen unseren Kunden, den Auftrag zwei Wochen vor dem Umzug einzurichten. Das ist der sicherste Weg, um Verzögerungen bei der Datenverarbeitung zu vermeiden. Sobald der Mietvertrag unterschrieben ist und das Umzugsdatum feststeht, können Sie den Auftrag buchen, das Startdatum dürfen Sie frei wählen.
Was passiert mit Post, die am Umzugstag unterwegs ist?
Briefe, die vor dem Startdatum des Auftrags versandt, aber erst danach zugestellt werden, werden in der Regel bereits an der neuen Adresse zugestellt, weil das Sortiersystem die Umleitung anhand des Zustelldatums ausliest. Das funktioniert allerdings nicht immer zuverlässig. Wenn Sie am Umzugstag wichtige Sendungen erwarten (z. B. Einschreiben, Pakete mit Einzelhandelsware), empfehlen wir, zusätzlich eine Weiterleitung bei Absendern mit Online-Accounts (Amazon, Bankportal) direkt zu hinterlegen.
Was wird nachgesendet und was nicht?
Welche Sendungen werden umgeleitet?
Der Nachsendeauftrag umfasst alle von der Deutschen Post und DHL zugestellten Postsendungen:
- Standardbriefe, Postkarten, Großbriefe, Maxibriefe
- Einschreiben, Übergabe-Einschreiben, Rückscheine und andere Sonderdienste
- Päckchen und DHL-Pakete
- Behördenpost, Rechnungen, Mahnungen, Vertragsunterlagen
- Sendungen aus dem Ausland, die über die Deutsche Post verteilt werden
Einschreiben werden ohne Zusatzkosten weitergeleitet. Die Post dokumentiert die Umleitung intern, damit sich der rechtlich relevante Zustellungszeitpunkt nachvollziehen lässt.
Welche Sendungen werden nicht umgeleitet?
Nicht erfasst sind:
- Werbesendungen ohne Adressaten (Wurfsendungen, “An alle Haushalte”)
- Zeitungen und Zeitschriften, wenn Sie sie direkt vom Verlag oder über den Pressevertrieb beziehen
- Pakete von Hermes, DPD, GLS und UPS
- Sendungen an frühere Mitbewohner, die nicht im Nachsendeauftrag stehen
- anonyme Sendungen ohne Absender, wenn eine automatische Erkennung scheitert
Für Zeitungen und Zeitschriftenabonnements müssen Sie die Adresse direkt beim Verlag ändern. Dasselbe gilt für Amazon, Zalando, Otto und andere Versandhändler, die über private Zusteller liefern.
Gibt es zentrale Dienste für Adressänderungen?
Ja. Die Deutsche Post bietet selbst einen Umzugsmitteilungsservice an, mit dem Sie Ihre neue Adresse an ausgewählte Unternehmen (Banken, Versicherer, Energieversorger) weitergeben können. Daneben gibt es private Anbieter. Diese Dienste sparen Zeit, ersetzen aber weder die Ummeldung beim Bürgeramt noch den Nachsendeauftrag, weil sie nur teilnehmende Unternehmen erreichen.
Ist die Ummeldung beim Bürgeramt Pflicht?
Ja. §17 Bundesmeldegesetz verpflichtet jede Person, sich innerhalb von 14 Tagen nach Einzug beim zuständigen Bürgeramt anzumelden. Wer die Frist versäumt, riskiert ein Bußgeld bis zu 1.000 Euro. In Berlin vereinbaren Sie den Termin online. Die Wartezeiten liegen je nach Bezirk zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen, planen Sie den Termin also rechtzeitig.
Häufige Probleme beim Nachsendeauftrag
Die Post kommt trotz Auftrag nicht an. Woran liegt das?
Kommt Post weiterhin an der alten Adresse an, obwohl der Auftrag aktiv ist, prüfen Sie der Reihe nach:
- Startdatum des Auftrags. Wurde die Post vor diesem Datum zugestellt, greift die Umleitung noch nicht.
- Schreibweise von Name und Adresse. Schon ein Tippfehler kann dazu führen, dass das Sortiersystem die Sendung nicht Ihnen zuordnet.
- Vorname-Nachname-Kombination. Bei Doppelnamen, Namensänderung durch Heirat oder akademischen Titeln kann die Erkennung scheitern.
- Absender. Manche Versender drucken die Adresse mit Sonderzeichen oder in Grafiken, die die automatische Erkennung umgehen.
- Auftragsstatus. Im Kundenkonto auf nachsendeservice.de können Sie prüfen, ob der Auftrag aktiv ist.
Bleibt das Problem bestehen, reklamieren Sie über den Kundenservice der Deutschen Post (Telefon 0228 4333112 oder über das Kontaktformular auf deutschepost.de). Bei systematischen Ausfällen haben Sie Anspruch auf eine anteilige Erstattung.
Was passiert, wenn der Nachmieter meine Post öffnet?
Das Öffnen fremder Briefsendungen ist eine Straftat nach §202 StGB (Verletzung des Briefgeheimnisses). Wer vermutet, dass Post systematisch geöffnet oder einbehalten wird, kann Anzeige erstatten. In der Praxis reicht meist ein klärendes Gespräch mit dem Nachmieter oder eine kurze Nachricht an den Vermieter. Bitten Sie darum, Ihre Post ungeöffnet in den Briefkasten zurückzulegen oder an den Absender zurückzusenden.
Kann ich den Nachsendeauftrag verlängern?
Ja. Sie können den laufenden Auftrag vor Ablauf verlängern oder nach Ablauf einen neuen Auftrag starten. Wer schon vorher weiß, dass er die Umleitung länger braucht, fährt mit der 24-Monats-Variante am günstigsten, weil der monatliche Preis dort am niedrigsten ist.
Kann ich den Auftrag vorzeitig beenden?
Ja. Die Kündigung ist möglich, eine anteilige Rückerstattung hängt von der verbleibenden Laufzeit und den AGB der Deutschen Post ab. Details regelt die Deutsche Post in den Leistungsbedingungen Nachsendeservice.
Was ist, wenn ich ins Ausland umziehe?
Die Deutsche Post bietet einen internationalen Nachsendeservice an, der Post auch an Adressen im Ausland weiterleitet. Dieser Service ist deutlich teurer als der Inlands-Tarif, die Preise hängen vom Zielland und der Laufzeit ab. Wer ins Ausland zieht, sollte zusätzlich alle deutschen Absender aktiv informieren, weil viele Verträge sonst nicht korrekt verwaltet werden können.
Unsere Rolle beim Umzug in Berlin
Wir bei Ideal Umzüge organisieren Ihren Umzug von A bis Z: Möbelpacker, Transport, Möbelmontage, Halteverbotszonen und auf Wunsch die Entsorgung alter Möbel. Den Nachsendeauftrag müssen Sie selbst einrichten, weil er eine persönliche Legitimation erfordert. Wir erinnern Sie im Beratungsgespräch aber daran, diesen Schritt rechtzeitig zu erledigen.
Wer beim Umzug einen Komplettservice bevorzugt, findet Details in unserem Ratgeber Umzugskosten Berlin und im Ratgeber Umzugsunternehmen Berlin.
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Häufige Fragen zum Nachsendeauftrag
Wie lange vor dem Umzug muss ich den Nachsendeauftrag beantragen?
Mindestens fünf Werktage vor dem gewünschten Startdatum, empfohlen sind zwei Wochen Vorlauf. So ist sichergestellt, dass die Umleitung pünktlich zum Umzugstag greift und nicht durch Bearbeitungszeiten im Sortiersystem verzögert wird.
Was kostet der Nachsendeauftrag für 12 Monate?
Stand April 2026 kostet der 12-Monats-Auftrag online etwa 44,90 Euro und in der Filiale etwa 49,90 Euro. Aktuelle Preise prüfen Sie online.
Wird auch Behördenpost nachgesendet?
Ja. Briefe vom Finanzamt, Jobcenter, Gericht, Rentenversicherung und anderen Behörden werden genauso umgeleitet wie private Post. Die rechtliche Zustellung gilt als erfolgt, sobald Sie den Brief an der neuen Adresse erhalten.
Kann ich den Nachsendeauftrag auch für Pakete nutzen?
Ja, für Pakete der Deutschen Post und DHL. Pakete von Hermes, DPD, UPS und GLS müssen Sie separat über deren jeweilige Umzugs- oder Adresskorrekturdienste umleiten.
Muss ich für jedes Familienmitglied einen eigenen Auftrag stellen?
Nein. Familien, Ehepaare und eingetragene Lebensgemeinschaften mit identischer alter und neuer Adresse können mehrere Personen in einem Auftrag zusammenfassen. Bei Wohngemeinschaften gilt der Auftrag jeweils nur für die Personen, die im Antrag namentlich aufgeführt sind.
Werden auch Einschreiben umgeleitet?
Ja, Einschreiben aller Varianten (Einschreiben Einwurf, Übergabe-Einschreiben, Rückschein) werden ohne Zusatzkosten umgeleitet. Die Zustellungsdokumentation bleibt erhalten.
Ist die Ummeldung beim Bürgeramt mit dem Nachsendeauftrag abgedeckt?
Nein. Der Nachsendeauftrag leitet nur Post um, er ersetzt nicht die Pflicht-Ummeldung beim Bürgeramt nach §17 Bundesmeldegesetz. Beides müssen Sie parallel erledigen.
Was passiert mit meiner Post nach Ablauf des Auftrags?
Nach Ablauf der Laufzeit wird die Post wieder an die alte Adresse zugestellt. Sorgen Sie deshalb rechtzeitig dafür, dass alle wichtigen Absender Ihre neue Adresse kennen, oder verlängern Sie den Auftrag, bevor er endet.